Um 6 Uhr soll unserer Fahrer uns im Hotel abholen und
vereinbarte Weckerläutzeit ist 5 Uhr. Aber Dieter ist schon um 4 munter, geht
duschen und dreht um 4:15 das Licht auf und ruft guten morgen. Da kann man sich
einfach nicht mehr die Decke über den Kopf ziehen und weiterschlafen. Also auf,
Koffer fertig machen und noch ein Katzenfrühstück einnehmen. Wir fahren zum
Flughafen, der „oben“ in El Alto liegt und unser Wagen quält sich die gewundene
Straße bergauf. (Höhenunterschied in der Stadt La Paz: 800 m!) Aber wir
gelangen rechtzeitig zum Flughafen und werden beim Betreten von Kameras
überrascht. Unabsichtlich sind wir durch die selbe Tür wie das nationale
Fußballteam gekommen….. Wir schummeln uns wieder in die Lounge, die im
internationalen Teil des Flughafens ist, obwohl wir nur einen nationalen Flug
haben und können noch einen warmen Tee und Avocadosandwiches genießen. Um 9 Uhr
landen wir am kleinen Flughafen von Uyuni und werden auch hier zuverläßlich
abgeholt. Wir fahren zuerst noch am Friedhof der Züge vorbei (hier wurden alte,
ausrangierte Züge am Rande der Wüste einfach abgestellt) und dann fahren wir
zum Hotel. Zuerst auf einer tollen asphaltierten Straße, und dann auf einer
holter-die Polter-Strecke weiter. Bis wir vor unserem Hotel stehen. Von außen
sieht es nicht so toll aus, aber innen macht es alles wieder wett. Das Hotel
ist aus Salzsteinenen aufgebaut, die zum Teil eine tolle Maserung haben. Auch
die Wege sind mit Salzkristallen ausgelegt. Da wir zu früh am Ort sind, um die
Zimmer zu beziehen, nehmen wir im Barbereichplatz. Da ich die erste bin,
ergattere ich den besten Platz mit dem Ausblick auf den Salzsee. Die Sonne
kommt immer mehr heraus und die weiße Fläche fängt zu Strahlen an. Ein
magischer Anblick!! Ich bin trotzdem fast am Einschlafen, ein Cola und eine
kleine Knabberplatte schaffe, daß ich munter bleibe. Heute sind wir etwas faul,
ich gönne mir noch eine Massage. Leider ist der Service hier nicht so toll wie
das Hotelgebäude ☹, aber wir lassen uns den Nachmittag nicht verderben.
Der Sonnenuntergang ist dafür wieder ganz toll, und die intensivrote Sonne spiegelt sich im See. Ein Highlight.
Wir versuchen noch unseren Fahrer für morgen auf eine frühere Zeit
umzubestellen, denn es wäre toll, den Sonnenaufgang dort zu erleben. Aber es
gibt hier keine gescheite Telefonverbindung…. Zum Teil warte ich während des
Abendessens an der Lobby, um mit dem Touroperator in Kontakt zu treten. Um
10:30, wir sind gerade am Einschlafen,
erhalten wir die Nachricht, daß unser Fahrer uns um 7 Uhr abholen kommt.
Donnerstag, 23. März 2017
21.3. Fahrt auf der Todesstraße - in Arbeit
Für 6:30 ist das Taxi bestellt, daß uns zum Treffpunkt für
unsere Todesfahrt bringen soll. Vorher geht sich noch ein Minifrühstück aus -
und wir sind recht schnell am Ziel angelangt, die ersten vor Ort. Nach und nach
kommen alle an, bis wir eine Gruppe von 13 Leuten sind, wir sind die ältesten
davon. Von den Jungen haben viele Ihre Anstellung gekündigt, um eine längere
Reise durch Lateinamerika machen zu können. Mit dem Bus fahren wir eine gute
Stunde zum Startpunkt,
20.3. Titicaca-See, Copacabana, La Paz
Dieter ist schon seit 4 Uhr munter, um nur ja nicht den Sonnenaufgang zu versäumten :) Aber gestern war er um 5:40 und hier in Bolivien sind die Uhren um eine Stunde nach vorn zu drehen, also sollte die Sonne erst um 6:40 aufgehen..... Aber nachträglich muß man zugeben, die Zeit vor dem eigentlichen Sonnenaufgang war viel spektakulärer mit ihrer Rosazeichnung des Horozontes (=Gebirgskamm). Nach dem Frühstück brechen wir mit Achim um 7:30 auf. Wir gehen durch den Ort Yunami und gehen die alten Inkastufen zum Hafen hinunter. Am Weg sehen wir mehrmals Quellenauslässe, immer mit 3 Abläufen für die 3 Grundsätze ( Du sollst nicht stehen, du sollst nicht faul sein, du sollst nicht lügen). Wir besteigen wieder unser Boot und fahren zur Isola de Luna über. Wir besichtigen eine wunderschöne alte Inkaanlage, die für den Unterreicht von aus dem ganzen Land ausgewählten Jungfrauen genutzt wurde. In der Blütezeit sollen 300 Jungfrauen hier unterrichtet worden sein. Und das von den Spaniern entfernte Dach auf Silber gefertigt. Man nimmt auch an, daß noch Teile der Anlage unter dem ansteigenden Hügel verborgen sind, aber die Verwaltung gibt nicht mehr viel Geld für Ausgrabungen aus und möchte auch nicht, daß Ausländer dies übernehmen. Die Anlage wurde der Witterung übergeben und eine Zeit lang lebten auf der Insel auch Gefangene, was für die Sehenswürdigkeit nicht förderlich war. Heute leben auf der Insel noch ca 80 Leute, ohne Strom.
Mit dem Boot geht es zurück nach Copacabana und wir genießen die Stille, die Weite und die Sonnenwärme am Dach des Bootes. Bei der Einfahrt zum Hafen ist mir beim Wegfahren schon ein bunt geschmückter Ort aufgefallen. Achim erzählt, daß an diesem Ort vor allem am Wochenende die Schamanen vorzufinden sind. Die Bolivier, wenn sie einen Wunsch haben, kaufen diesen Wunsch in Kleinformat (z.B. Spielzeugauto für ein Auto), und kommen am Wochenende, um vom Schamanen eine Zeremonie durchführen zu lassen, damit dieser Wunsch in Erfüllung geht. Den Gegenstand nehmen sie wieder mit nach Hause. Am Berggipfel über diesem Platz ist auch ein Kreuzweg, der zu Ostern sehr belebt ist.
Wir besuchen die berühmte Wallfahrtskirche Catedral de Copacabana. In dieser Kirche steht eine Madonna mit einer dunklen Hautfarbe (Virgen Morena). Diese wurde von 1576 von einem Indio genschnitzt (Franzcisco Tito Yupanoui schuf ein erster Modell, nachdem ihm eine Figur im Schlaf erschienen ist, aber die Figur wurde von der Bevölkerung nicht angenommen. Daraufhin zog er nach Potosi, um das Schnitzhandwerk zu erlernen. Mit einer neuen Figur zog er dann triumphreich nach Copacabana ein.) Die Figur der Jungfrau ist im großen Altar integriert. Wenn Messe ist, ist der kleine Vorhang aufgerollt. Wenn keine Messe ist, wird die Figur um 180 Grad gedreht und Maria blickt hinaus auf den See, darum gilt sie auch als Schutzheilige des Sees.
Mit dem Boot geht es zurück nach Copacabana und wir genießen die Stille, die Weite und die Sonnenwärme am Dach des Bootes. Bei der Einfahrt zum Hafen ist mir beim Wegfahren schon ein bunt geschmückter Ort aufgefallen. Achim erzählt, daß an diesem Ort vor allem am Wochenende die Schamanen vorzufinden sind. Die Bolivier, wenn sie einen Wunsch haben, kaufen diesen Wunsch in Kleinformat (z.B. Spielzeugauto für ein Auto), und kommen am Wochenende, um vom Schamanen eine Zeremonie durchführen zu lassen, damit dieser Wunsch in Erfüllung geht. Den Gegenstand nehmen sie wieder mit nach Hause. Am Berggipfel über diesem Platz ist auch ein Kreuzweg, der zu Ostern sehr belebt ist.
Wir besuchen die berühmte Wallfahrtskirche Catedral de Copacabana. In dieser Kirche steht eine Madonna mit einer dunklen Hautfarbe (Virgen Morena). Diese wurde von 1576 von einem Indio genschnitzt (Franzcisco Tito Yupanoui schuf ein erster Modell, nachdem ihm eine Figur im Schlaf erschienen ist, aber die Figur wurde von der Bevölkerung nicht angenommen. Daraufhin zog er nach Potosi, um das Schnitzhandwerk zu erlernen. Mit einer neuen Figur zog er dann triumphreich nach Copacabana ein.) Die Figur der Jungfrau ist im großen Altar integriert. Wenn Messe ist, ist der kleine Vorhang aufgerollt. Wenn keine Messe ist, wird die Figur um 180 Grad gedreht und Maria blickt hinaus auf den See, darum gilt sie auch als Schutzheilige des Sees.
Wir gehen weiter Richtung Markthalle und kommen auch an
einem Comedor Popular vorbei. Das ist eine Halle, in der vor allem die
Einheimischen essen. Verschiedene kleine Kochstellen sind vorhanden und die
Frauen bieten frische Speisen an. Es gibt eine eigene Halle für Mittagessen und
eine eigene Halle für das Frühstück, die aber um diese Zeit schon wieder fast
verlassen ist. In der nächsten Halle befindet sich der hiesige Markt.
Copacabana ist auch der Namensgeber für den wahrscheinlich
viel bekannteren Strandabschnitt in Rio. Im 17 Jahrhundert war ein
Geschäftsmann in Copacabana und betete auch zur schwarzen Madonna. Auf einer
weiteren Reise geriet er in Seenot und betete zu ihr. Er überlebte das Unwetter
und fertigte als Dank eine Kopie der Virgen morena, die heute noch in einer
Kapelle in Rio besucht werden kann.
Wir gehen in ein Restaurant essen, das von einem Deutschen
geführt wird und haben dabei einen schönen Blick auf den Standabschnitt. Danach
starten wir unsere Reise nach La Paz. Wie lange die Fahrt dauern wird, ist
nicht sicher, da auf der ganzen Strecke die Straße ausgebaut wird. Aber die
Fahrt verläuft ohne größere Probleme. An der Engstelle von Tiquina (Engstelle
im Titikakasee, die Lage Mayor und Lago Menor teilt) verlassen wir das Auto und
setzen mit einem kleinen Boot über. Unser kleiner Reisewagen wird auf ein
eigenen Boot verladen und setzt so über, auch größere Reisebusse überqueren auf
diese Weise die Engstelle. Abenteuerlich, vor allem bei Wind und Seegang! Es
gibt an und für sich Pläne für eine Brücke, aber als diese publik wurden,
streikten die Fährmänner mehrere Wochen und die Infrastruktur der Gegend kam
zum Erliegen.
Nach einiger Zeit kamen wir nach Alto Plano, sozusagen die
frühere Vorstadt von La Paz. La Paz liegt in einem Talkessel und kann sich
eigentlich nicht mehr vergrößern. Aber die Vorstadt, die am Rand des Kessels
liegt, ist zwischenzeitlich zur größten wachenden Stadt von Lateinamerike
geworden. Und genauso lebhaft geht es hier zu. Da die Bolivier gerne feiern,
sieht man hier eine Besonderheit besonders. Gerne werden für Feier spezielle
Partyräume gemietet. In vielen Häusern sieht man prunkvolle erste Geschoße, die
dann vermietet werden. Bei besonders gefragten Lokations muß man sich auch
zeitgerecht anmelden. Für uns ungewohnt ist auch, daß die Bolivianer in der
Regel so lange bauen, als sie Geld haben. Wenn es ausgeht, steht der Bau still
– und dann sieht man zum Beispiel den prunkvoll ausgestalteten ersten Stock,
aber die Mauer davor fehlt. Kredite werden nicht so viele aufgenommen, da die
Zinen ca 20% und mehr betragen. Zu einer Wohnung kommt man, indem man sie
kauft, mietet oder für eine gewisse Zeit einen Betrag hinterlegt, der denn nach
einer idR zweijährigen Mietphase wieder retourniert wird.
Und wir sehen zum ersten Mal die Doppelmayr-Gondelns, die
Teile von El Alto und La Paz verbinden. Da wir es geschafft haben, halbwegs
rechtzeitig in die Stadt zu kommen, fahren wir mit 2 von 4 Linien. Die erste,
gelbe Gondelfahrt bringt uns von El Alto den Anhang nach la Paz hinunter. Der
Ausblick ist atemberaubend. Die Sonne ist gerade am untergehen, der Hausberg
ist angeleuchtet, die Stadt breitet sich vor uns aus. Es ist ein toller Blick
und wir sind froh, daß unserer Fahrer Gas gegeben hat (so weit halt möglich 😊).
Wir steigen um in die grüne Linie und kommen noch weiter tiefer, wo die Schönen
und Reichen von La Paz wohnen, und auch unser Hotel ist. Hier wird nicht viel
zum Teil nicht viel gefragt, sondern einfach gehandelt – und die Säulen der
Stützen der Seilbahn einfach montiert, wo sie hingehören – mitunter auch mitten
auf der Straße. Wir fahren auch über ein Haus, das eine Stütze in seinen Garten
montiert bekommen hat. Seit kurzem hat der Eigentümer im ganzen Haus
verspiegelte Fenster anbringen lassen – und wir reden hier vom Nobelviertel. Wir
gehen in unser Hotel, machen uns frisch und gehen in ein toller Restaurant – El
Gustu. Gerne hätten wir ein Degustationsmenü genommen und daneben eine
Extraspeise, aber die Küche läßt das nicht zu. Und so essen wir „nur“
hervorragende Vorspeisen, Hauptspeisen und Nachspeisen. Hier wird nur mit
lokalen Nahrungsmittel gearbeitet, und der Eigentümer ist der Gründer vom
weltberühmten „Norma“ in Kopenhagen. Das Norma ist zur Zeit ja geschlossen,
aber wir wissen nicht, ob es jetzt nur temporär zu ist oder für länger.
Zugleich ist auch eine soziale Komponente im Restaurant eingebunden, denn es
können benachteiligte Jugendliche sich hier für Ausbildungsplätze bewerben.
Gestärkt gehen wir zu Fuß zum Hotel zurück und schlummern
herrlich.
19.3. Tikicaca-See
Um 5:40 treffen wir unseren Guide, um zu den schwimmenden
Inseln der Uris zu fahren. Wir brechen so früh auf, weil wir noch den
Sonnenaufgang direkt am Titikakasee erleben wollen. Es ist wunderschön. Die
Stadt Puno im Hintergrund glänzt golden und vor uns ist eine tolle
Wolkenstimmung, die aufgehende Sonne spiegelt sich im See. Der Titikakasee ist
der höchstgelegene, schiffbare See der Welt (3.809 m ü.M). Von der Ausdehnung
ist er riesig (8.372 km² bei einer Länge von 178 km und einer Breite von 77 km),
trotzdem gilt er nur als der 24. größte See der Welt und als zweitgrößter See
von Südamerika (nach dem Maraibo-See, der aber eine Verbindung zum Meer hat).
An der tiefsten Stelle wurden 281 m gemessen. Der See liegt zu 59 % in Peru,
der Rest gehört zu Bolivien. Und durch eine Enge teilt er sich in Lago Mayor und
Lago Menor.
Die Uris bauen aus dem Schilfgras Inseln – der Wurzelballen
verhält sich wie Kork, und darüber kommen immer mehrere Lagen des Grases versetzt
draufgelegt. So ein Aufbau erreicht 3 Meter! Und jetzt in der Regenzeit (=
Sommer hier) muß ca alle 15 Tage neue Schichten von Gras aufgebracht werden, in
der Trockenzeit (= Winter, dann wenn wir Sommer haben) genügt es, einmal im
Monat den Aufbau zu erneuern. Auch die Häuser, die auf einem erhöhten Grasbett
stehen, werden ausgeräumt, zur Seite gestellt und das Grasbett erneuert. Wir
besichtigen eine Insel, die es seit ca 10 Jahren gibt, und von 5 Familien
bewohnt wird. Orlando zeigt uns den Aufbau der Insel und auch sein privates
Haus, das er mit Frau und 2 Kindern (14 und 17) bewohnt. Dieter schätzt, daß
das Haus ca 2 x 3 m groß ist. Auf der einen Seite liegt am Boden eine große Matratze,
das Gewand liegt in der Ecke rum, bzw. ist an einigen Nägeln an der Wand
aufgehängt. Die restlichen Besitztümer liegen in der anderen Ecke des Bodens.
Die Küche ist in einem anderen zeltähnlichen Grasbau untergebracht – sie kochen
zum Teil mit Gas. Strom bekommen sie durch Sonnenenergie. Trotzdem ist es
unvorstellbar, daß der 14-jährige Sohn an der Schule eine Ausbildungsrichtung
mit Computer gewählt hat. Das Mark der Gräser ist essbar, sonst essen die Leute
auch die kleinen Fische des Sees, Vögel aus dem See, deren Eier, Kartoffeln,
Mails, Quinoa und auch Lehm. Und es gibt ein Essensboot, das die Uriinseln
beliefert. Während wir das kleine Haus besichtigten, haben die beim Sonnenaufgang
beobachteten Wolken für einen kurzen Regenschauer gesorgt, und als wir auf dem
Haus gehen, sehen wir einen leuchtenden Regenbogen.
Unserer Führer erzählt uns noch, daß die Inseln erst seit 70
Jahren gebaut werden, früher hätten die Uri auf Booten gewohnt. Wir kaufen auf
der Insel noch eine Kleinigkeit und fahren zu einer zweiten. Auf dieser Insel
gibt es ein kleines Restaurant, aber wir holen uns nur einen Stempel für den
Pass ab.
Mit dem Boot fahren wir zum Hotel (auf dem Rückweg begegnen
uns mehrere Touristenboote mit Ziel in der anderen Richtung), wir haben kurz
Zeit für ein Frühstück. Auch vom Frühstückstisch können wir die vielen
Meerschweinchen im Garten beobachten. Und auf zum Auto, die Fahrt nach Bolivien
startet. Wir müssen das Auto nehmen, so dauert die Fahrt nur ca 2,5 h, mit dem
Boot über den See würden wir ca 8 Stunden brauchen (Die Motoren sind nicht so
stark, angeblich fahren sie nur mir 20 Knoten). In Puno leben ca. 180.000 Einwohner
und beim Vorbeifahren sehen wir, wie sich die Jugend für die Aufnahmeprüfung an
der hiesigen Uni anstellt. Hier studieren 20.000 Studenten, es ist die größte
Uni im Umland. Begleitet werden sie zum Teil von bunt gekleideten
Andino-Frauen.
Im Ort Acora steigen wir aus und gehen auf einem lokalen
Markt. Es gibt fast alles und das interessanteste ist, daß die Leute die
Lebensmittel tauschen!! Auch eine Frau von der Insel ist auch schon am Markt.
Wir fahren am Ort Juli vorbei. Der Ort ist eigentlich recht
klein, hat aber 4 Kirchen. Bekannt ist der Ort dafür, daß ein Jesuitenpriester
hier die erste Bibel in Aymara gedruckt hat. Aymara ist die Sprache der lokalen
Bevölkerung und auch eine der 3 Amtsprachen von Peru (neben Spanisch und
Quechua).
Während der Fahrt regnet es nochmals, irgendetwas an unserem
Auto fängt zu stinken an, aber wir kommen rechtzeitig am Grenzübergang Kasani an. (Dieser Grenzübergang wird hauptsächlich von Touristen genützt, die ganzen LKW benützen den etwas weiter entfernten Grenzübergang Desaguadero. Wir
steigen aus und gehen mit dem Koffer auf die andere Seite der Grenze, wo wir
einen neuen Guide und Fahrer begrüßen. Nach den Grenzformalitäten geht es nach
Copacabana, wo wir die Koffer deponieren und vor der Abfahrt des Bootes schnell
zur Wallfahrtskirchen gehen. Wir bleiben nur draußen, um einen Blick auf die
geschmückten Autos zu erhaschen. Die Einheimischen (Peruaner und Bolivier)
kommen mit dem neu erworbenen Auto zur Kirche und lassen es segnen. Wir gehen
zurück an den Hafen und fahren mit einem kleinen Boot eine Stunde lang zur
Isola des Sol über – und da wir die Jarisch sind, und auf Reisen immer
Wetterglück haben, lacht die Sonne vom Himmel. Wir fahren auch am kleinen Bolivianischen
Marine-Stützpunkt vorbei. Obwohl
Bolivien keinen Meerzugang mehr hat,… erinnert uns an zuhause. An Land genießen
wir in der Sonne ein typisch einheimisches Gericht, daß die Bauern zu Hause vorbereitet
haben und dann am Feld gegessen haben: Aptapi. Auf verschiedenen Schüsseln bekommen
wir Tortillas aus Quinoa, Lamafleischbällchen, Hähnchen, Forellen, hart
gekochte Eier und eingeschlagen in einem Tuch verschiedene Kartoffeln, großen
Mais und Haba (große Bohnen). Es ist sehr lecker, aber viel zu viel.
Mit vollen Bauch machen wir uns auf unsere kleine Wanderung
zum Hotel. Am Weg gesichtigen wir noch eine alte Inkasehenswürdigkeit. Der Bau war ursprünglich präinkisch, wurde
aber von den Inkas dann für ihre Zwecke umgebaut. Besonders an diesem Haus ist,
daß es ursprünglich sogar zweistöckig war, was sehr ungewöhnlich ist. Vorbei an
schön gepflegten kleinen Terrassenfeldern (alles noch von Hand bewirtschaftet)
gelangen wir zu unserem kleinen Ökohotel. Wir machen eine kurze Pause – ich schlafe
sogar ein – gehen wir mit unserem Guide Achim auf den kleinen Gipfel der Insel,
um den Sonnenuntergang zu sehen. Schon wieder bin ich auf über 4.068
aufgestiegen. Im warmen Licht der Sonne können wir fast die gesamte Insel
überblicken und haben jetzt auch einen wunderschönen Blick auf die
schneebedeckten Gipfel des Cordilliera Real (Königskordillere). Dieter bedauert
es sehr, nicht noch einen Tag für die Besteigung des Pico Austria eingeplant zu
haben.
Am Abend gibt es noch ein gutes Abendmahl im Hotel, daß uns
aber viel zu viel ist, nach dem opulenten Mittagsessen. Müde fallen wir ins Bett
und ziehen die dicke Decke bis zum Kinn, da wir keine Heizung im Zimmer haben.
Abonnieren
Posts (Atom)